Wenn das Kind zum ersten Mal auswärts schläft…

Achtung: Dieser Blog-Beitrag könnte Spuren von Melancholie und Stolz enthalten.

 

Die Nacht ist vorbei. Die erste Nacht, die ich ohne mein Lieschen, dass sich sonst immer dicht an mich kuschelt, geschlafen habe. Und Sie ohne mich…

Es kam ganz aus ihr. Es war ihr Wunsch, bei Omi und Opi zu schlafen. Im Oktober ist sie zwei Jahre alt geworden. Zwei Jahre und 16 Tage waren wir quasi Eins. Jede einzelne Nacht, an der Zahl 746, schliefen wir zusammen.

Gestern war es soweit und ich musste ohne Sie einschlafen… Das liest sich merkwürdig, oder? Normalerweise sind es doch die Kinder, die Sehnsucht nach den Eltern haben. Aber als ich mich gestern Abend in unserem riesigen Familienbett auf die rechte Seite legte, war der Platz neben mir leer und es war ein sonderbares Gefühl. Ja, auch Mütter müssen loslassen und leicht ist das  nicht immer. Es war seltsam. Auch das wach werden heute Morgen war so anders…

Aber es war nicht schlecht. Bitte versteht mich nicht falsch. Ich bin so stolz auf unsere kleine Maus. Und ich nehme das auch als Zeichen, dass wir bei ihr vieles ganz richtig gemacht haben als Eltern. Sie hat das Vertrauen in die Welt, die es braucht, um loslassen zu können. Sie weiß, dass ihr nichts passiert. Und das wir, sollte sie uns vermissen,  sofort wieder bei ihr sind.

Noch nie haben wir sie gezwungen oder sie gedrängt, woanders zu bleiben. Wollte sie lieber nicht bei Oma/Opa oder sonstwo bleiben, nahmen wir sie eben mit nach Hause/zum Einkaufen/zu Freunden. Sie musste nicht gegen ihren Willen in eine KiTa. Sie wird von uns betreut und wir erfüllen ihre Bedürfnisse, so gut wir eben können und es unsere eigenen Grenzen zulassen.

Ihr ganzes Leben durfte sie bei uns schlafen. Direkt nach der Geburt lagen wir gemeinsam in unserem Bett und niemand nahm sie irgendwo hin mit. Sie war und blieb in meinem Arm. Zwei Jahre lang. Das Gefühl, allein irgendwo schlafen zu müssen, kennt sie nicht. Sie weiß, es ist immer jemand da, der sie „beschützt“ und auf sie aufpasst. Ganz selbstverständlich geht sie davon aus, niemals allein sein zu müssen. Neben dem ganzen Vertrauen bleibt gar kein Platz für Ängste oder Unsicherheit.

Sie ist sich Unserer so sicher, dass sie ganz von selbst loslassen konnte und nun, ganz seelig und friedlich, die ganze Nacht bei Opi und Omi durchgeschlafen hat. Und das macht mich unheimlich glücklich und stolz. Der Wunsch kam aus ihr und sie konnte ihn ganz ohne Ängste erleben.

Nicht jedes Kind, egal wie sicher gebunden, ist mit zwei Jahren soweit. Aber ich bin sicher, dass jedes Kind irgendwann von selbst zu diesem Punkt kommt, wenn man sie lässt. Man muss sie nicht drängen. Sie müssen nicht „lernen, mal woanders zu sein“. Wenn die Zeit reif ist, werden sie sich von selbst lösen.

Mein Sohn ist vier Jahre alt. Er hat noch nie woanders geschlafen und wir werden ihn ganz sicher nicht dazu drängen. Nach seiner Geburt wurden wir getrennt und für ihn war der Start in diese Welt bestimmt nicht so schön. Sein Urvertrauen muss noch weiter wachsen, bis er soweit ist. Und wir werden ihm alle Zeit geben, die er braucht.

Und irgendwann…wird Papa im Bett liegen und nicht schlafen können, weil Mika’s kleine Hand ihn nicht berührt.

 

 

 

2 Antworten auf „Wenn das Kind zum ersten Mal auswärts schläft…

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