So viele Gefühle…

Tja…wo fang ich an? Zunächst sei gesagt, dass ich gerade in meinem Frühwochenbett liege. Es ist DER Tag! Der Tag, an dem die Brüste überprall sind, an dem die Hormone Achterbahn fahren und wo man allgemein wohl eher dünnhäutig ist. Alles fließt…körperlich und auch emotional. Und irgendwo muss ich jetzt damit hin!

Mein Mann meldet gerade unseren jüngsten Sohn an. Für all die Neugierigen: Sein Name ist Juri. Ich liege hier neben meinem frischen Baby. Da ist er also…

Und mit ihm sooo soo viele Gefühle. Freude. Stolz. Erleichterung, pure Liebe. Aber es gibt auch die anderen Gefühle… Enttäuschung, Wut, Unverständnis und Schuld.

Auch wenn der kleine Mann nicht fest in unsere Familie eingeplant war, so sind wir doch schon seit längerem sehr froh, dass er sich uns als Familie ausgewählt hat. Ich bin stolz, noch einmal Mama geworden zu sein. Mama von fünf Kindern! Wow.. Das hätte mir damals mal jemand erzählen sollen. Für verrückt hätte ich ihn erklärt! Und nun? Ich könnte nicht erfüllter und stolzer sein auf mein Leben. Ich bin glücklich! Sehr sogar. Und ich liebe das Leben in einer Großfamilie.Ebenso wie mein Mann, der manchmal abends vor Stolz ein Tränchen im Auge hat, wenn alle Kinder glücklich und zufrieden eingeschlafen sind und der bei Auftritten der Kleinen immer schlucken muss, damit niemand merkt, das er vor lauter Vaterstolz fast platzt. Wir sind dankbar für unser Leben und unsere Kinder! Wir sind GLÜCKLICH genauso wie es ist!

Juri (1 von 1)-2

Aber es scheint so zu sein, das unser Weg, den wir gewählt haben und der uns glücklich macht, nicht jedem schmeckt. Das muss er auch nicht. Aber es ist schon hart, wenn es innerhalb der eigenen Familie so ist. Was die Nachbarn sagen interessiert mich nicht! Kein bisschen! Muss es nicht… Wie uns Leute beim einkaufen anstarren juckt mich schon lange nicht mehr! Muss es nicht…

Aber wenn es Teile der eigenen Familie nicht schaffen, einem zur Geburt des neuesten Mitglieds zu gratulieren, sondern einen stattdessen missachtend anschauen, dann tut das weh, ob ich will oder nicht! Die ganze Schwangerschaft über kam von dieser Seite NICHTS!

Kein „Wie geht es dir?“ .

Kein „Wie geht’s dem Kind?“.

Kein “ Was wird es denn? oder „Wann wird es denn geboren?“

Kein Gar Nichts!

Es wurde zur Kenntnis genommen, dass ich schwanger bin. Es wurde gesagt, das man nicht mit Unterstützung rechnen brauch, weil sie das eben nicht können (wollen wir auch gar nicht und wollten wir nie!) Es wurde gefragt, warum mein Mann noch immer nicht sterilisiert sei (ÄÄäh, weil ER es nicht möchte und es keine Sau zu interessieren hat!) … Das war die Reaktion.

Sahen wir uns, wurde die Schwangerschaft schlicht ignoriert. Ich beschloss irgendwann, dass mir der Kontakt nicht gut tut und reduzierte alles auf das absolute Minimum. Damit ging es mir sehr viel besser.

Nun ist der kleine Mann da und man hat sich quasi selbst einfach mal in mein Wochenbett eigeladen, mit einer WhatsApp „Wann dürfen wir HEUTE vorbei kommen?“

Erst sagte ich „Gar nicht!“.Reines Impulshandeln. Dann tat mir mein Mann leid und ich ließ ihn entscheiden, wann sie kommen sollen (Sie kommen sonst nie!)

Also kamen sie… Die Oma gratulierte dann und wünschte uns alles Gute. Das nehme ich ihr auch ab, das meint sie so! Zwar ändert das nichts am Verhalten in der Schwangerschaft, aber sie war froh, dass sie hier sein durfte.

ER schaffte es, „Guten Tag“ zu sagen und zu fragen, wie er heißt. Das war’s! Keine Gratulation, kein nettes Wort, keine Frage. Gekommen, gesehen, gegangen.

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe. Es war bei Liese schon nicht anders.

Ich will deswegen nicht traurig oder wütend sein…doch heute bin ich es. Und um esloslassen zu können, schreibe ich es auf. Denn es gibt noch mehr Gefühle,die wichtiger sind… Und zwar die meiner kleinen Liese, die nun plötzlich „Große Schwester“ ist,ob sie will oder nicht…

Dazu nachher mehr in einem extra Blogartikel…

 

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6 Antworten auf „So viele Gefühle…

  1. Es tut mir so leid, was du erleben musstest. Es tut mir weh es zu lesen, weil ich es gerade am eigenen Leib ebenfalls erleben muss… aber schon beim 3. Kind.
    Diese Schwangerschaft scheint schon für beide Großelternpaare nicht zu existieren. Vermutlich wird es bei dem Baby nicht besser werden. Ich versuche mich gedanklich schon darauf einzustellen, aber ich denke trotzdem werde ich wieder furchtbar enttäuscht und verletzt sein…
    Ich fühle so mit dir (((( ❤ )))

    Liebe Grüße
    Mother Birth

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  2. Ich beneide Großfamilien! Das ist so schön! Ich finde du darfst sehr stolz sein 5 Kinder zu haben! Und du solltest stolzen Hauptes zum Einkaufen gehen oder egal wo hin mit deiner Rasselnde! Ich wünsche dir viel Freude mit dem kleinen neuen Mann. Und die Liebe in eurer kleinen Familie ist das Wichtigste! Ich drücke dich mal feste, so unbekannter Weise. 🙂 Und wünsche dir ein entspanntes weiteres Wochenbett! Lass dich nicht unterkriegen!
    LG Beatrice

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